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Fastnacht, Kamellen, Narri Narro Helau...

Grötzingen, Durlach, Karlsruhe. Das waren die Einsatzorte des DRK Rüppurr nach dem Jahreswechsel. Rund 55 versorgte Patienten davon ein nicht geringer Teil unter Alkoholeinwirkung und unter 18 Jahre. Man könnte behaupte das DRK Rüppurr bewegte sich mit seinen Helfern in "traditionellen" Fastnachtsgewässern.

Die letzten drei Wochen vor dem Aschermittwoch sind für alle Hilfsorganisationen in und um Karlsruhe eine Art von "Großkampfwochen". Was dem Einen seine Brauchtumspflege ist, welche sich um Humor, Narredei und Tanzaufführungen dreht, ist dem Anderen seine Möglichkeit, ggf. auch anonym die Sau raus zu lassen. Nicht jeder kennt hier seine Grenzen, und das sehen wir in absolut allen Spielarten. Begonnen wurde die Saison mit dem Umzug in Grötzingen, dort durften unsere Helfer zusammen mit Helfern des DRK Neureut und des ASB Karlsruhe das "Medizinische Zentrum" in der Begegnungsstätte betreiben. Wie bei anderen großen Diensten in der Vergangenheit auch, bekamen wir wieder Verstärkung aus dem Raum Rhein- Neckar. Der Bruder einer unserer Kameradinnen und seine Freundin unterstützten uns als Rettungsassistenten bei diesem Dienst. Neben dem eingesetzten Material für die 10 Behandlungseinheiten davon 3 mit Monitor und Beatmung kam 1 Notfallsanitäter, 2 Rettungsassistenten, 4 Rettungssanitäter und 3 Sanitäter und 4 Mitarbeiter mit Erste Hilfe Kurs zum Einsatz. Die Abschnittsleitung hatten wie in den vergangenen Jahren auch die Bereitschaftsleitung des DRK Rüppurr. Dieses Jahr wurden in den ca. 4 Stunden Einsatzzeit rund 25 Patienten durch das MC geschleust. Dies waren deutlich weniger Patienten als in den vergangenen zwei Dienstjahren. Auch die Spitze der Patientenzuführungen hatte deutlich abgenommen. Dieses Jahr kamen die Patienten in geringerer Anzahl pro Stunde im MC an. Das Konzept der Vergangenheit, welches in einigen Punkten, im Bereich der Registration und der Vorsichtung abgeändert wurde passte gut. Leider fehlte der Bereitschaft zu diesem Zeitpunkt noch der nötige MTW. So musst neben der "Mobilen Sanstation" auch auf den privaten VW Bus eines Kollegen zurückgegriffen werden. Dieser Zustand wird sich aber ändern, wir werden hier weiter berichten :-)

Beim Umzug in Durlach wurde dieses Jahr das "Medizinische Zentrum" federführend von den Kollegen des MHD Karlsruhe materiell und personell besetzt und geführt. Mit drei unserer Rettungssanitäter wurde das MC personell noch unterstützt. Im Zuge des Aufbaus stellte man dann fest noch einige Materialen aus dem Fundus unserer MOB brauchen zu können so, dass wir den Kollegen des MHD Karlsruhe mit einzelnen Gerätschaften, wie Monitor, Lagerungsböcken und Absaugpumpen aushelfen konnten. Material das an der Einsatzstelle vorgehalten wird, sollte auch in Bereitschaft sein, und nicht im Fahrzeug warten bis es dann im Bedarfsfall gebraucht wird. Immer vor der Lage sein, ist hier das Stichwort! Der Umzug Durlach blieb ebenso, wie die anderen Umzüge auch hinter den Erwartungen. Das Wetter hätte für Grötzingen und Durlach nicht besser sein können. Bei gutem Wetter ist auch vielen Besuchern zu rechnen, ist es nicht zu kalt dann fließen auch die alkoholischen Getränke meist in Massen.

Heute besetzten unsere Kameraden dann mit dem DRK Wettersbach zusammen einen SOS Punkt beim Umzug in Karlsruhe, dort kam es auch zu einer Patientenversorgung nach Sturz. Da die Gesamteinsatzleitung dieses Jahr nicht in der Verantwortung des DRK Rüppurr lag, haben wir zum jetzigen Stand noch keine Zahlen über die Versorgungen an diesem Tage. 

Was veränderte sich in den vergangenen Jahren? Wo unsere Helfer noch vor 15 Jahren vorwiegend mit den Auswirkungen von Alkohol bei Erwachsenen und Jugendlichen konfrontiert wurden stellt sich das Bild nun in 2019 anders da. Wir beobachten in den vergangenen Jahren ein immer jünger werden der Patienten. Diese beschränken sich aber nicht mehr nur auf den Konsum von Alkohol, nein es werden vorher noch legale oder illegale Drogen konsumiert. In den letzten zwei Jahren kam es mehrfach vor, dass unsere Helfer Patienten mit dem Notarzt medikamentös sedieren mussten. Zum Teil war dies auch nur unter zu Hilfenahme der Ordnungshüter Polizei oder Ordnungsamt möglich. Um sich schlagende Patienten, die beißen, kratzen und spucken, weil sie einen "Film schieben" nehmen einfach zu. Zum Teil wissen diese Patienten auch im Nachgang absolut nicht mehr, was Stunden davor mit Ihnen passiert ist. Vielen ist wohl offensichtlich nicht klar, in welche eine Gefahr sie sich begeben, weil sie in solch einem Zustand auf der Straße ganz leichte Beute für Menschen sind, die solch eine Situation gerne ausnutzen wollen. Auf Deutsch: Wer sich mit Drogen und Alkohol zu dröhnt, und dann vielleicht noch alleine unterwegs ist, läuft Gefahr zu einem Opfer zu werden, welches sich gegen Übergriffe nicht mehr wehren kann! Als Familienvater kann man es alleine schon durch die Erzählungen der Kameradinnen und Kameraden aus dem Sanitätsbereich mit der Angst bekommen. Es ist also egal wie man für sich feiern will von Vorteil in einer Gruppe mit Bekannten und Freunden unterwegs zu sein. 

Erfreulich war die Zahl derer die ihre Freunde direkt beim Sanitätsdienst abgeben konnten, weil sie sich sorgen um ihre Begleiter machten. Auch fällt uns auf das immer wieder Erste Hilfe Maßnahmen auf der Straße durchgeführt werden, meist von Jugendlichen oder jungen Erwachsenen. Nutzen Sie doch die Zeit nach Fastnacht um sich mit dem Thema "Erste Hilfe" wieder auseinander zu setzen. Das DRK Rüppurr bietet einmal im Monat einen "Erste Hilfe" Kurs an. Vielleicht möchten Sie danach auch etwas mehr aus Ihren erlernten Fähigkeiten machen und interessieren sich für das Deutsche Rote Kreuz oder sogar für die Gliederung hier in Rüppurr. Die Einsatzmannschaft des DRK Rüppurr trifft sich an allen Montagen mit ungeraden Wochennummern. Vielleicht haben Sie ja Interesse uns am Montag, den 11.03.2019 um 19:30 Uhr zu besuchen.

5. März 2019 17:32 Uhr. Alter: 19 Tage